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No Man’s Sky im Test

by on 13. August 2016
 

Wir haben uns das wohl gehypteste Spiel des Jahres angeschaut. Wir schauen uns zudem die Reaktionen bei den Spielern und bei der internationalen Presse an.

Eine ganze Szene dreht am Rad

Kein Spiel ist derzeit so gehypt wie No Man’s Sky. Angekündigt im Jahr 2013 hat sich für das Spiel eigentlich noch kaum einer interessiert. Erst im Jahr 2014 als das Spiel auf der E3 vorgestellt wurde, fuhr der „Hype-Train“ los. Aber was wurde uns überhaupt vorgestellt?

No Man’s Sky wurde als ein gigantisches Sci-Fi Abenteuer angekündigt welches durch ein prozedurales System Milliarden von Sonnensystemen bietet. Insgesamt soll es 18,446,744,073,709,551,616 Planeten geben mit unterschiedlichen Bedingungen und Kreaturen. Alle Planeten zu erkunden soll 5 Milliarden Jahre dauern. Es klingt fast schon absurd, wäre da dieses kleine Wort „prozedural“ nicht.

Minecraft in anders?

Auch Minecraft verwendet ein prozedurales System um seine Welten zu generieren. Während bei Minecraft die Welten frisch generiert werden, sind die Planeten bei No Man’s Sky bereits generiert. Selbst die Kreaturen werden generiert. So kann es passieren, dass man ein Hund-ähnliches Tier mit einen Giraffen Kopf entdeckt.

Eins wird nach den ersten Spielstunden von No Man’s Sky klar: Es geht hauptsächlich um das Erforschen und Sammeln. Quests? Gibt es nicht. Gibt es Survival Elemente? Nö. Kann man das Spiel als RPG bezeichnen? Eher nicht!

Auch wenn No Man’s Sky seinen eigenen Stil hat, ist es an sich nichts neues. Das Indie Spiel Proteus kann fast schon als der kleine Bruder bezeichnet werden.

Großes Universum, wenig Möglichkeiten.

Proteus war aber alles andere als massentauglich. Das Spiel blieb größtenteils innerhalb der Indie-Szene und wurde in den Bereich auch positiv bewertet. Dabei bietet das Spiel keinerlei Gameplay Elemente. Aufgaben, Trophäen und Missionen bzw. einem Handlungsstrang sind in den Spiel nicht zu erwarten.

No Man’s Sky ist dabei sehr ähnlich. Man wird einfach irgendwo in dieses Universum geworfen und schaut sich um. Im Gegensatz zu Proteus hat No Man’s Sky aber Gameplay Elemente. Man kann Ressourcen sammeln, Objekte herstellen, seine Technik verbessern und somit die Galaxie besser erkunden. Man kann überflüssige Ressourcen verkaufen um benötigte Ressourcen zu kaufen. Dabei mangelt es eigentlich an nichts. Ressourcen bekommt man so viel, dass man in den ersten Stunden am verzweifeln ist, da das eigene Inventar kaum Platz bietet.

AlpineFly

Unterm Strich nur eine Erkundungsreise

Einen wirklichen Fortschritt kann man in den Spiel nicht erreichen. Wirkliche Gefahren gibt es selten. Es gibt Dronen und Roboter die den Planeten vor uns Touristen beschützen, Tiere die einen beißen wollen und ab und zu gibt es auch Raumschlachten. Sofern man sich nicht komplett dumm anstellt ist all dies keine wirkliche Gefahr.

An sich ist man nur ein Tourist der von Planet zu Planet wandert und ein wenig die Gegend erkundet. Während am Anfang mich dauernd dieser „Aha!“ Moment gepackt hat bekam ich im laufe des Spieles immer mehr Déjà-vu-Erlebnisse. Irgendwann wiederholt sich mehr als man will und die anfängliche Faszination geht flöten.

Fazit: Was sagen andere?

Die internationale Presse als auch die Spieler können sich nicht entscheiden. Es gibt sowohl schlechte als auch gute Bewertungen.

GamersGlobal hat den Spiel 6 von 10 Punkten gegeben und sagte dazu folgendes:

Für fünf Stunden hat mir No Man’s Sky Spaß gemacht, weil es etliche dieser „Ersten Male“ bot. Doch die wurden weniger, die Nervpunkte mehr: So gut wie keine Physik. Das Inventar. Die aufploppende Grafk. Die immer gleichen Aktionen. Der fehlende Anspruch. Die generierte Beliebigkeit. Das ewige Zeittotschlagen. Nach 40 Stunden wünsche ich mir, ich hätte nach zehn aufgehört.

spieletipps gibt den Spiel 82 von 100 Punkten, bemängelt aber ähnliche Probleme:

Entwickler Hello Games hat mit No Man’s Sky einen beachtlichen Genremix zusammengestellt, der für viel Freude gerade in den ersten Spielstunden sorgt. Schließlich seid ihr ständig auf Entdeckungstour auf Planeten und lasst euch durch fremde Umgebungen überraschen.

Die meiste Spielzeit verbringt ihr jedoch beim Ansammeln und Organisieren von Rohstoffen. Ständig benötigt ihr neuen Nachschub für eure ausladende Reise. Dabei kommt euch immer wieder das kleine Inventar in die Quere. Entweder verkauft ihr ständig Waren oder ihr schmeißt sie einfach weg, um Platz für Neues zu schaffen.

Und wie schaut es bei den Spielern aus? Die Spieler bewerten No Man’s Sky ingesamt eher negativ. Im Durchschnitt wird auf Metacritic eine Bewertung von 4.9 von 10 Punkten abgegeben. Hier eine positive Stimme zum Spiel.

No Man’s Sky ist definitiv nicht für jeden was. Aber ich persönlich kann einfach nicht aufhören damit, denke an nichts anderes. Ich muss mich abends überreden, ins Bett zu gehen. Mich erinnert es an Elite, als Spieler braucht man sehr viel Vorstellungskraft, während man erkundet. Man muss sich seine eigene Geschichte erschaffen. No Man’s Sky hat seine Probleme, keine Frage, aber mich packt die Ehrfurcht vor der gigantischen Spielwelt. Und das Erkunden reizt mich ungemein. Es ist echt ein »Love it or hate it«-Spiel. (9/10)

Und eine kritische Stimme zum Spiel

Ich habe ehrlich mehr von diesem Spiel erwartet. Schon nach fünf Stunden kam Langeweile auf, No Man’s Sky wird schnell unheimlich repetitiv. Immer das gleiche Muster: Ressourcen farmen, irgendwas upgraden, zu einem neuen Planeten fliegen, Ressourcen farmen, wieder was craften. Klar, das Spiel ist riesig, aber die Planeten sind einfach öde, es gibt nichts spannendes zu tun – man scannt Viecher, farmt oder läuft sinnlos herum. Im ersten Moment hat mich das Spiel total begeistert, aber kurz danach merkt man schon, dass nichts dahintersteckt. Ich bereue aufrichtig, dafür Geld ausgegeben zu haben. (4/10)

Bewertung

7 / 10

No Man’s Sky schickt uns auf Erkundungsreise durch eine unendliche und prozedurale Galaxie bis einen langweilig ist. Irgendwann wiederholt sich mehr als man will und die anfängliche Faszination geht flöten. Eigentlich bietet das Spiel recht wenig für 60 Euro, dennoch war es ein interessanter und netter Trip.

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